Mit 93 haupt- und nebenamtlichen Lehrern wurde Unterricht in 100 Klassen in 21 Berufen begonnen und noch im Jahr 1912 mussten durch regen Zulauf von Jugendlichen die Klassen auf 133 erhöht werden. Der wöchentliche Unterricht betrug damals je Klasse 4 bis 6 Stunden.
Seit 1928 nur noch für die Ausbildung in handwerklichen Berufen ausgerichtet, hat die Ausbildungsstätte das Niveau und den Fleiß sächsischer Handwerker bestimmt und erhielt 1928 den Namen "Handwerkerschule".
Der Wandel des Bildungs- und Erziehungsauftrages an der Handwerkerschule Chemnitz ging infolge unterschiedlicher gesellschaftlicher Bedingungen an Lehrkräften und Lehrlingen nicht immer spurlos vorüber. In enger Zusammenarbeit der Lehrer der Handwerkerschule mit Handwerksbetrieben, Meistern und nebenamtlichen Lehrkräften aus der Praxis konnten viele Situationen im Interesse der Ausbildung gemeistert werden. Die Einführung neuer Lehrpläne, die wiederholte Eingliederung praktischer Tätigkeiten in Werkstätten und Laboren in die schulische Ausbildung sowie das große Engagement der Lehrkräfte ließen nach 1990 die Hoffnung aufkommen, dem Handwerk auch in der Berufsausbildung wieder einen sehr hohen Stellenwert zukommen zu lassen.

